Home von FF




Anfang

05.11.2004 Freitag 15:00

Der 6. Monat meines USA Aufenthaltes hat begonnen. Es ist mal wieder an der Zeit, was zu schreiben. Wuerde gerne etwas mehr berichten, aber im Moment muss ich noch was fuer die Uni fertig machen, bevor ich mich komplett auf die Diplomarbeit und das Schreiben konzentrieren kann. Mal sehen vielleicht gibt es dann ja fuer die letzten 3 Monate doch noch etwas mehr Bilder. Schliesslich muss ich mein Geld ja hier noch investieren... Der Dollar ist ja bald nix mehr wert in Euros, wenn das so weiter geht ...(natuerlich weiss ich, das das "s" da nicht hingehoert in die Euros) Eigentlich dachte ich ja, dass noch was Geld uebrig bleibt, was ich mit nach D'land nehmen kann ... aber wenn ich das in Euros umtausche, dann bleibt ja nix mehr uebrig ... also muss ich hier noch ein paar gute Investitionen machen. Vielleicht sollte ich ein Bot kaufen und dann nach Deutschland segeln ...dann habe ich auch keine Probleme mit der Passkontrolle ;-) Habe meine Gitarre zum reparieren gebracht ... Da ich diese Woche noch Grants Auto hatte, war das mit dem Transportieren etwas leichter. Die gehe ich gleich abholen. Heute Abend fahre ich wieder zum Grant auf die Farm. Ich muss ihm sein Auto zurueck geben. (Leider ... das ist so cool mit einem Auto hier) Fuer heute Abend hat er einen Pokerabend mit seinen Freunden arrangiert. Mal sehen, ob ich rechtzeitig da bin. Morgen geht es dann zum Mushroom hunting (Pilze sammeln) irgendwo in die Berge/Wald. Bin ja mal gespannt, was sich da finden laesst... In einer guten Saison kann man mehrere Kilo Steinpilze an einem Tag finden. Sonntag wird dann wohl relaxt und den ganzen Tag American Football geguckt. Grants Bruder hat das erste mal seit 2 Monaten einen Tag frei. (wegen der Erntezeit) Da wird dann mal abgeschaltet und ein-drei Biere getrunken. Sonntag Abend geht es dann wieder zurueck nach Palo Alto.
Halloween in San Francisco war auch recht witzig. Das ist eigentlich genau so, wie der Karneval bei uns. Es geht alles nur ums verkleiden und auf den Strassen rumlaufen. Am Halloween-Sonntag trifft sich dann die ganze Stadt im Schwulenviertel von San Fran. Es waren etwa 200Tausend Menschen auf der Strasse. Ist natuerlich recht klein, im Vergleich zu den 800T bis 1 Mio, die den Koelner Rosenmontagszug ansehen. Aber es war schon recht witzig. Da waren Leute als die Tuerme des World Trade Centers verkleidet, in denen Flugzeuge steckten ... mit ein paar fiesen Bemerkungen zu W.Busch... in NY ginge das bestimmt nicht ... aber wir sind ja hier an der West-Coast.
Es werden auch nicht nur gruselige Kostueme angezogen, sondern auch jede Menge witziger Sachen. Es liegt vielleicht ein kleiner Schwerpunkt auf Vampiren, Dracula, Mumien ... aber sonst gibts auch Clowns, Prinzessinnen, Feen, Toiletten, Nackte, jede Menge Maenner in Frauenfummel. (Schwulenviertel) Krankenschwester war bei den juengeren Maedels recht beliebt... In knappen Roben. Nur, dass es bei den armen Amis einen Tag lang geht und nicht 6 Tage, wie bei uns (Oder eine ganze Jahreszeit ;-) ... Saission ... wie auch immer man will) An ein paar Strassenecken hatten sie Buehnen aufgebaut und etwas DJ und Live Musik produziert.
Als ich dann um 23 Uhr meinen Zug zurueck nehmen wollte, musste ich feststellen, dass ich die ganze Zeit mit dem Samstagplan und nicht dem Sonntagsfahrplan gerechnet hatte.... Also:
Kein Zug zurueck nach Palo Alto....der erste ging um 5 am Montag Morgen. Mist ... was nun ...
Da ich ja nun eh nix aendern kann und mir die 100$ fuers Taxi auch etwas zu viel sind, habe ich mich entschieden das Beste daraus zu machen. Also zurueck nach Castro (der Name des Viertels). Ab in eine Kneipe und ein paar Bier trinken ... Tja, das ging dann bis 2 Uhr (Karneval ohne Karnevalsmusik ist sehr komisch) ... dann macht ja leider alle Dicht in Kalifornien ... die und ihre doofen Gesetze ... Also auf Richtung Bahnhof. Auf dem Weg hatte habe ich noch einen schliessenden Club aufgesucht. Nachdem ich den Tuersteher ein bischem mit meiner Story belabert habe, hat er mich noch hinein gelassen. Da konnte ich dann noch eine Stunde verbringen, bis die die Lichter an gemacht haben. Ab zwei Uhr wurde an der Bar uebrigens nur noch Wasser und O-Saft verkauft ... Das ist sooooooooooo panne!!!!!!
Also ... dann rausgefegt worden und ab zum Bahnhof ... Mist das Gebaeude hat zu ...OK ... Fahrrad abgeschlossen und auf eine Bank gelegt. Nickerchen gemacht ... Homeless in San Francisco (Obdachlos). Dann wurde ich von einem Police Oficer um 4 Uhr geweckt, dass ich hier nicht schlafen koenne... Aber ich muss doch auf den bekackten Zug warten ... Ja, egal ... jedenfalss wird hier am Bahnhof nicht auf Baenken geschlafen... Na, toll... also: Im sitzen weiter geschlafen. Dann um 5 Uhr den ersten Zug und ab nach hause. Habe noch versucht, zwei Stunden zu schlafen, wovon ich aber nur eine geschafft habe. um 9:30 war ich dann wieder auf der Arbeit. War ein mueder Tag ...Aber war mal ein Erlebniss ;-). Sehr lustig so alles in allem. Irgendwie scheine ich auf Schwule mehr zu wirken als auf die Maedels ... hmm ... Habe noch nie so viele Offerten bekommen (Ausser im Neuschwanstein in Koeln bei der Pink Triangle Party)...
Meine neue cK-Jeans Jacke kommt bei den Schwulen uebrigens besonders gut an ...hmm... So, das wars dann mal auf die schnelle. Bitte entschuldigt die Tippfehler, da ich nciht ordentlich korrigieren kann. Muss mal los, die Gitarre abholen. Bis dann


Anfang

13.11.2004 Freitag 19:00 (Happy Donut)

Da sitze ich wieder. Unter dem dicken Plastik Donut .... und hoffe, dass er mir nicht auf den Kopf fällt...
Es war eine recht stressige Woche. Habe endlich meine Studienarbeit fertig bekommen. Wollte es eigentlich bei 15 Seiten belassen. Sind dann aber doch 25 geworden... Ging irgendwie nicht knapper. Hat mich die letzten Tage ordentlich gestresst. Nach einem vollen 8-10 Stunden Tag ist nicht mehr so viel Energie übrig, um noch konzentriert an einem wissenschaftlichen Dokument zu arbeiten. Aber ich habs jetzt erst mal fertig bekommen. Jetzt kann ich hoffentlich bald die Diplomarbeit offiziell anmelden. Ab dann sind es noch 6 Monate bis zum Diplom... wenn nix mit der letzten Klausur schief geht. Aber das hoffen wir mal nicht.
Was geht sonst so?... Nix ... habe ausser Büro und meinem Kabuff nix anderes gesehen, seit dem Urlaub. Bis auf gestern abend. Ich war mit dem Jake in San Francisco in "The Fillmore". Das ist ein recht altes schnuckeliges Gebäude mit viel Atmosphäre, das eigentlich nur dazu besteht, um dort live Musik zu spielen und zu hören. Wir haben uns Robert Randolph and the Family Band angesehen. Das war mal ein Hammer-Konzert! Fast 3 Stunden! Super geile blues-artige krachend-laute groovige Mucke! Einach nur geil! Die ganze Band, alles Schwarze bis auf den Keyboarder/Vilolinisten. Alle miteinander verwandt. So mitte 30. Und die Jungs haben de Groove im Blut! Das beeindruckendste war, dass die bei einem Stück einen fliegenden Wechsel durch die Instrumente gemacht haben. und JEDER hat JEDES Instrument gespielt. Und das sogar ziemlich gut! Vorher hat ein 17 jähriger Knabe aus Kanada die Show eröffnet. Ein Blues Talent, das seines gleichen sucht. Der war so gut!!!! Er hat mit der Akustik Gitarre und seiner Stimme den Laden gerockt. Kyle soundso. Ist schon Krass, was man mit so einer Gitarre machen kann, wenn man richtig talentiert ist...
Sonst gibts nicht so viel zu berichten. Nur, dass es auf der Arbeit nicht voran geht.... Ich befürchte so langsam, dass nichts aus meinem Plan wird, genug Ergebnisse zu sammeln um hier schon meine Diplomarbeit experimentell abzuschliessen. Der Edmond, der hier die Elektronenstrahl Lithographie bedient, vermasselt es ungefähr bei 4 von 5 Versuchen.... Wobei wir jedesmal etwa 3 Tage auf einen Versuch warten müssen..... Es kotzt mich an! .... Seit zwei Monaten treten wir auf der Stelle.... Ich würde so gerne die ganzen Prozesse selber machen .... args ... aber wegen so ein paar internen Quärelereien will man mich nicht an die Anlage dran lassen .... Es wurde hier schonmal jemandem aus meiner Gruppe der Zugang verwährt, weil sich alle einig waren, dass die Person auf kurz oder lang, wegen Tolpatschigkeit, etwas kaputt machen wird. (Bei einer 2-3 Millionen Dollar Anlage ist das auch verständlich) Da hat man sich eine Ausrede ausgedacht, die man nich mehr rückgängig machen kann .... Hilfee ... Ich habe keinen Einfluss auf den Fortschritt.... Das ist fürchterlich ... Da bleibt mir nur Däumchen drehen und beten ...
Ansonsten ... im Westen nichts neues.
Am nächsten Wochenende fahren der Jake und ich vielleicht den Marco in Santa Barbara besuchen. Das ist wieder etwas, worauf man sich freuen kann... Habe in den letzten Tagen schon wieder fast die ganze Entspanntheit vom Urlaub aufgebraucht. Aber ihr kennt das ja alle, wenns mal stressig ist... Da muss man irgendwie durch...
Ach ja, ich war heute mal beim Frisör. Das erste mal seit über 5 Monaten. Ich konnte meine Wookie Mähne nicht mehr ausstehen. Jetzt gehts wieder. Da ich ja die meiste Zeit eine Kappe getragen habe, war ich auch nicht so die grosse optische Belastung für meine Umwelt, glaube ich. Den Frisörgang hatte ich gar nicht geplant. War nur einkaufen. Und dabei bin ich dann an einem 13$ asiaten-abschnibbel-Laden vorbei gekommen. Habe mich von den Bildern der gut aussehenden Männer im Schaufenster blenden lassen. Das war definitiv der schnellste Haarschnitt meines lebens .. schnibbel schnibbel schnibbel, fertig, 5Minuten, 13 Dollar. Dementsprechend sieht es auch aus ... aber ich habe ja eine Kappe. Fragt sich nur, warum ich das nicht selber gemacht habe ;-) .. So schlimm ist es nicht. Aber auch nicht so gut. Habe mir dann eine Doppel-CD Blues musik fuer 8 Dollare gekauft... war nicht so der gute Kauf ... davon sind ungefähr nur 3 Nummer gut. Der Rest ist Schrott... Ist auch mies aufgenommen. Ich glaube, sowas gäbs in Deutschland nicht zu kaufen. Die Stücke sind auch unterschiedlich laut ... ganz mieser Kauf. Aber hier im Cafee habe ich gerade halt nix anderes zu hören. Das Summen der Kühlschränke ist nicht die beste Alternative. Wie dem auch sei.
Habe ich euch eigentlich schon genug über meine Nachbarn, die Hunde erzählt? ... Ich möchte euch ja nicht nur die gefilterten angenehmen Sachen schildern... Ich versuche hier ja ein recht repräsentatives Bild meines Lebens zu geben. Daher kommt jetzt auch noch was über die Hunde. Meine Tolleranzgrenze ist jedenfalls erreicht. Hatte ich das schon detailliert genug erzählt, wie das mit dem Hundekäfig und meinem Haus aussieht? Der Leland und ich bewohnen ja beide, jeder eins, dieser kleinen Gartenhäuser, die nebeneinender im Garten stehen. Nun ist es so, dass beide Hütten innerhalb eines eingezäunten Bereichs stehen, in dem der Leland dummerweise einen seiner Hunde frei rum laufen lässt....Ich wohne also quasi in einem Hundekäfig. Wär ja alles ganz OK ... wenn der halb tote Max nicht so stinken würde ... wegen des, in letzter Zeit, recht häufigen Regens. Da ja der Herbst auch hier Einzug gehalten hat, fallen auch so langsam die Blätter ... Und der Boden des Hundezwingers (meinses Vorgartens) ist reichlich mit Blättern bedeckt. Der Leland macht ja eigentlich immer recht ordentlich die Haufen weg ... aber, da sich wegen Regen und Blättern, der Boden so langsam in eine braune dreckige Sache verwandelt, ist das mit der Übersicht nicht mehr so leicht. Daher hat es sich also zugetragen, dass ich trotz sorgfältigen Auswählens der Orte, auf die ich meine Füsse setze, zwei mal einen stinkenden Schuh mit in mein Domizil gebracht habe. .... Ich könnt kotzen!!!! Ich hasse Hunde!!! Ja, Gero, ich weiss, das macht Dich traurig ... aber mich noch mehr!!! Daher habe ich heute auch noch eine halbe Stunde damit verbracht, den Weg vom Eingang in den Hundestall bis zu meinem Haus zu säubern und übersichtlich zu halten, damit ich nicht noch mal, trotz größter Vorsicht, in eine Tretmine laufe! (Ich glaube, heute bin ich nicht besonders gut in der Kommasetzung, oder?) ... Tja... so ist das Leben in Amerika ... alles ist drin ...Ob Du willst oder nicht. Jetzt stellt sich die Frage, ist es 350 Dollar wert, 3 Mal im Monat durch Hundekot zu laufen? D.h. ich habe die Nase voll vom Leben eines Hundes ...und wenn ich es ändern will.... für die letzten 2 Monate... dann kostet es mich 350 Dollar mehr im Monat. Weil unter 600$ geht hier nix ...
Das gibts gar nicht...hier wird es immer voller .... warum gehen die denn nicht ein bischen feiern an einem Samstagabend ... Die Spinnen die Stanford Studenten ...Aber die Asiaten sind ja fleissig, wie die Ameisen ... die hacken hier alle glücklich in ihre Laptops. Vielleicht haben die ja gewisse Rezeptoren in den Fingerkuppen, die beim Anschlagen der Tasten Endorphin ausschütten ... Ich starte jetzt zum 4. mal diese eintönige CD .... ahhh .... das geht mir auf den Keks .... ich gehe mir selber auf den Kekes ....allgemeine Unzufriedenheit ...Ich hätte jetzt voll Lust auf was nettes zu Hause ...z.B. einen schönen romantischen DVD-Abend mit meiner Maus. Oder, einen Abend mit dem LL im Hansa abstürzen. Oder, einen Risiko-Abend mit meinen "kranken und machthungrigen" Freunden, die fast so gerne die Welt erobern, wie ich...Oder, einen richtig coolen jamigen Bandabend mit meinen Musiker-Jungs. Oder, grillen im Garten ... Oder, eine nette Philosophier-Runde bei Wein und Pizza. Oder, einfach nur mit der Familie bei Kaminfeuer vorm Fernseher hängen. Oder, meine beiden Brüder mal wieder in der Tanzmühle treffen und einzweidrei Biere trinken...Oder mit dem Carsten eine runde Basketall spielen ... Oder, mal wieder mit allemann ins Fun oder ins Rossi gehen ...Oder, mit einer netten Runde ins Kino gehen und anschliessend eine Runde durch die D'dorfer Altstadt drehen. Oder, mit dem Martin, Gallus und den anderen Konsorten eine Runde im Nightife in Aachen abrocken. Oder, ein paar Reibekuchen und Glühweine auf dem Weihnachtsmarkt futtern (Dauert ja nicht mehr lange für euch). Oder, mal wieder ein Fussballspiel von den Hemmerdener Mädels gucken, und mit den Jungs über die Fussballkünste der Mädels "reden". ... Ich glaube, die Liste liesse sich endlos fortsetzen ... Jedenfalls gibt es eine menge Dinge, die ich gerade lieber tun würde, als hier unter dem größten Plastikdonut der Bay Area zu sitzen ... Anerika ist schön, zu hause auch. Gottseidank, die Batterien meines Disk-Man sind leer.


Anfang

02.12.2004 Donnerstag 09:45 (Buero)

Ohhh!!!! Welch wahnsinniger Teufel hat mich geritten diese Dummheit zu begehen!!!!
Da verbrachte ich doch gar den ganzen gestrigen Abend im Starbucks um euch einen interessanten Text zu kreiren, ueber die Geschehnisse in Santa Barbara ...Stunden habe ich verbracht, die Worte fliessen zu lassen ... und recht zufrieden war ich mit meinem Werk! Kamen doch etliche Seiten(!) zusammen nach so langer Pause! Doch im Starbucks habe ich keinen Internetzugang. So musste ich es zu hause die Website aktualisieren. Doch dann .... als ich die Datei hochladen wollte ist mir dieses ueberaus dumme folgenschwere Maleur passiert und ich habe die Datei auf meinem Computer mit der alten Datei vom Internetserver ueberschrieben.... Dahin ist alle kreative Kunst... Der Magen hat sich mir umgedreht, als ich realisierte, was geschah! Nun ist's dahin ... und nichts kann ich tun. Bleibt nur Geduld und nochmal von vorne. Ich bitte euch liebe leser auch noch um etwas Geduld. Denn jetzt muss ich mich erst mal wieder beruhigen, die Idiotie hinnehmen und die Traenen trocknen.


Anfang

15.12.2004 Mi. 22:00

So sei es. Versuche ich also nun meine Gedanken wieder zu ordnen und die uebrigen Fragmente der geistigen Bemuehungen zusammen zu kitten.
Es war vor einer ganzen Weile, als ich das letzte mal die Muse und vor allem die Zeit fand, mich hinzusetzen und euch zu berichten, was geschah. Gibt es doch einiges zu erzaehlen seit dem letzten mal. Da war das Wochenende in Santa Barbara, wo der Jake und ich den Marco besucht hatten. Da gab es dieses traditionelle Thanksgiving mit einem grossen toten Vogel. Und dann habe ich zu meinem Glueck auch noch ein paar nette Leute aus Palo Alto kennengelernt, mit denen ich ein paar Runden Pool gespielt habe, begleitet von gutem Deutschen Bier. (Spaten) Um dem Effekt vorzubeugen, dass ich nach zu ausfuehrlicher Beschreibung der ersten Ereignisse, die Motivation verliere, ueber die letzteren genau so detailliert zu erzaehlen, habe ich das ganze in Kapitel unterteilt, um in meinem Geiste das Beduerfnis nach Gleichberechtigung und Vervollstaendigung auf selbstbetruegerische Weise hervorzurufen. (Alles klar?)

Kapitel eins: Santa Barbara
(Worin erfahren wird, wie schoen die letzten Jahre haetten sein koennen und worin eine wunderschoene Universitaet besichtigt wird, sowie das Bestaunen zahlreicher Schmetterlinge)

An einem dieser Wochenenden im November, welches weiss ich nicht mehr genau, liesse es sich doch leicht herausfinden, haben der Jake und ich die grosse Reise angetreten und den Marco in Santa Barbara besucht. Da der Marco uns (Agilenter) schon zum ausklingenden Sommer verlassen hatte, war es Zeit ein Wiedersehen zu arrangieren. So wars geplant, so wurde es gemacht. Der Jake hat ein Auto. Er ist auch gefahren. Komischerweise wollte er nicht, dass ich ihn beim Fahren abloese. Und das, obwohl er ein Ami ist. Sind doch die Amis per Definition nicht des Autofahrens maechtig. Nach etwas 4-5 Stunden sind wir sicher gegen Abend beim Marco angekommen. Was fuer ein schoenes Haus in einer ruhigen, sicheren und schmucken Wohngegend am Rande von Santa Barbara. Ein modernes, kubisches Doppelhaus, dessen eine Hälfte, die linke um genau zu sein, von Marco und zwei weiteren Mitbewohnern bewohnt wird. Was fuer ein Haus! Bei diesem Anblick sind mir fast die Tränen gekommen, musste ich doch an meine Hundehütte denken. Die 450$ die der Marco allerdings mehr bezahlt, konnten die Wogen meines betrübten Gemüts etwas glätten. Für ein vergleichbares Domizil müsste man in Palo Alto jedoch mindestens 1000$+ bezahlen. Es gab da einen offenen Kamin, der Marco hat ein eigenes Badezimmer, die Küche sehr geräumig und gemütlich. Dazu steht im Hauseigenen Garten auch noch ein High-End Grill der mit Gas betrieben wird und der das minutengenaue einstellen des Garungsprozesses ermöglicht. Also, insgesamt ein rundum luxeriöses Paket. Wage ich doch, von so etwas nur zu träumen! Fast hätte ich es vergessen. Im Garten gibt es neben den feinen Gartenmöbeln auch noch einen Jacuzzi/Whirlpool. Was soll ich sagen. Mir bleibt die Spucke weg.
Da wir allesamt etwas müde waren an diesem Abend, haben wir uns auf einen Gang zum Spirituosenladen beschränkt und einen six-pack besorgt. Für jeden versteht sich. Gegessen wurde selbstgekochte Pasta. Ausgelassen wurde diskutiert und sich gut unterhalten. Zu späterer Stunde haben wir uns noch einen DVD angesehen. Office Space. Ein Film, den jeder einmal gesehen haben muss. Der ganz normale Wahnsinn des Ingenieurbüro-Alltages wird auf köstlich amüsante Weise in Szene gesetzt. Musste ich mich doch das einen oder andere mal unerwartet wiedererkennen. Geschlafen wurde auf Couch und Luftmatratze. Für mich war es die Luftmatratze, die mit 2x1,5m zu den Luxusmodellen gehört. Aufgeblasen wurde das tolle Ding von einem Batterie betriebenen kleinen Kompressor, der leise schnurrend auch nur etwa 4-5 Minütchen dafür gebraucht hat. Gleich neben dem Kamin habe ich es mir gemütlich gemacht, unter geschmackvoller Kunst und vielen dekorativen Weinflaschen. Etwas wenig Luft in der Matratze und einen leichten Schwips. Aber, als ich am morgen erwachte, wollte das Lächeln nicht aus meinem Gesichte weichen. Aber... Ach, wie gut habe ich nur geschlafen. Ich habe geschlafen wie ein König! Was rede ich... wie DREI Könige! Nein... wie ein Kaiser! Die Sonne hat durch das grosse Wohnzimmerfenster den ganzen Raum mit einem feundlich gelben Leuchten erfüllt. Selten in der letzten Zeit habe ich mich so zufrieden und erholt gefühlt. Zum Frühstück ging es zu Fuss zu Marcos nahegelegener lieblings Bäckerei, eingebettet in ein weitläufiges Shopping-Center. Frühstücksburrito. Sehr lecker und sättigend! Genau das richtige für einen jungen Mann in seinen besten Jahren. Nach dem Frühstück ging es zum Strand! Das war ein kleiner Fussweg etwa 20 Minuten von Marcos Appartment. Es ging durch ein Naturschutzgebiet und vorbei an einem neun-Loch Golfplatz. Von einem Hochplateau aus näherten wir uns der Küste. Ich konnte es kaum erwarten, den König der Oceane wieder zu sehen. Endlich erreichten wir den Strand. Unter unseren Füssen breitete sich in etwa 10-15 Metern Tiefe der Meilen lange Strand aus. Die Luft war klar und der Blick lies sich mühelos an den Punk am Horizont führen, wo man glaubt die Krümmung der Erdkugel zu erkennen. Die Wellen brandeten in majestätischer Gelassenheit auf den mit Kelp verzierten Sand. Wellen, fast eine viertel Meile breit. Unglaublich gleichmässig begannen sie sich auf einer Länge von 200-300 Metern zur gleichen Zeit zu brechen. Immer und immer wieder. Mit der Gelassenheit des alles erzeugenden grossen Teiches, der uns allen das Leben gespendet hat und den nichts aus der Ruhe bringen kann. Ein Rhytmus, der einen das ruhige Atmen des Pacifiks in allen Zellen des Körpers fühlen lässt. Einsam der Strand, nur ein paar einsame Seelen, lesend oder träumend die Scenerie geniessend. Das Kelp unweit des Strandes, tief verankert mit den Wurzeln am Grunde des Meeres, spendet einer artenreichen Vielfalt Nahrung und Unterschlupf. Zahllose Seevögel umkreisen die fischreichen Stellen. Wir konnten Robben oder Seelöwen beim spielen und jagen beobachten. Marco sagte uns, dass man zur richigen Jahreszeit die Waale von der Küste aus sehen kann. Die Morgensonne erwärmte uns die Gesichter. Ein Moment in dem sich der Geist befreit und die Seele öffnet. Da ist ein Lächeln, tief aus den feinsten Fasern meines Herzens. Ein Lächeln, das dankbar ist für die Schönheit der Schöpfung! Ein Lächeln, dass eigentlich immer da ist, dass wir nur nicht immer fühlen, wegen all dem selbstgemachten Unsinn, mit dem wir uns die Sinne trüben. Wunderbar die Kunst, entstanden aus Natur. Was für ein kläglicher Versuch des Menschen zu kopieren und zu schaffen. Ist doch alles vom Mensch erdachte und von Menschenhand geschaffene dem Verfall geweiht. Wobei die Natur erst im Laufe der Jahrtausende ihre Bestimmung und Entfaltung zum höchsten Ziel der Schöpfung erreicht. Ein Moment der Klarheit und des Seins. Ach... freuderfülltes Herz, an keinen Ort gehörst Du mehr!
Als der Jake und der Marco glaubten, genug von dem Moment zu haben, machten wir uns auf den Weg den unweiten Schmetterlingshein zu besuchen. In einem kleinen privaten Eukalyptuswald pflegen die Monarchenschmetterlinge zu überwintern. Zu etwa drei bis viertausend besiedeln sie die Bäume an den Rändern der Lichtungen. Erst ist es schwer sie zu erkennen, fügen sie sich doch mit den zusammengefalteten Flügeln in das natürliche Kleid des Waldes ein. Wie getrocknetes Laub tarnen sie sich zwischen den trocknen Blättern und sind für uns sowie für die natürlichen Feinde unischtbar. Doch, sind sie einmal aufgescheucht, so tanzen sie wie eine farbige Wolke ihren lautlosen Tanz. Jeder für sich alleine, scheinbar ungeordnet und beliebig, so sieht es doch in der Gesamtheit nach einer Ordnung aus, die alles zusammen hält. So viel Schönheit der Natur an einem Tag!
Nach dem Tempel der wunderbaren Natur zum Tempel des Wissens, von Menschhand geschaffen, um die Errungenschaften der Jahrhunderte an die folgenden Generationen weiter zu geben. Zum Wohle oder aber auch zum Verderb der Menschheit....Die Universität!
Eingebettet in viel Grün, unmittelbar am Strand befindet sich der Farbenfrohe Campus der "University of California Santa Barbara"! Was für ein Ort! Jedes Gebäude in eigenem Stil, charakter und Farbe. Einladende Wiesen und Parks verbinden die einzelnen Fakultäten. Die Gebäude sind nicht zu weit voneinander entfernt und sie sind auch nicht zu dicht gedrängt. Genau richtig, um sich irgendwie sehr wohl zu fühlen. Gedenktafeln erinnern an die Wahrheiten der grossen Visionäre (Martin Luther King, John F. Kennedy). Allein die Architektur, Arrangierung der Gebäude und die pure Gestaltung der Materie an sich gibt Inspiration und lässt grosse Gedanken ungestört kreisen. Farbenfroh ist nicht nur die Wahl der Wand-Farben, sondern auch das Angebot der Disziplinen. Gleich neben den Ingenieuren befindet sich ein Gebäude der bildenden Künste. Die Phyiker gleich neben der Halle der Musik. Was für eine Balance und Ausgewogenheit! Ausgewogen wie das drumherum, so auch die Menschen. Kein Mensch eilt. Alles wirkt in Einklang mit sich und der Aufgabe des Studiums. Lächelnde Menschen überall. Lebensfreude in den Augen und Gelassenheit. Was für ein Kontrast zur engstirnigen Welt der Ingenieursbeschränktheit Aachens. Meine Erfahrungen mit der einspurigen Welt des hastig agierenden Aachener Studenten passen überhaupt nicht in diese Welt. Warum nur ist Aachen so, wie es ist? Was macht diese Stadt zu einem Käfig der Charakterlosen, auf dem Weg in den Wahnsinn? Nichts als kalte Formeln in den Köpfen ohne Farben. Ist es die Einseitigkeit? Es ist die Einseitigkeit!...Alles dreht sich in dieser Stadt um das Studium und natürlich um dessen Inhalte. Und nur um die Inhalte des eigenen Studiums. Das macht krank. Zumindest mich!
Ich habe mal meine Freunde gefragt, die in anderen Städten andere Disziplinen studieren, wie viel Prozent ihrer durchschnittlichen Kommunikation mit den Mitmenschen über das Studium geführt wird. Was war ich erschrocken über die Einschätzungen der Einzelnen. Bei dem einen war es so um die 40%, bei dem anderen etwa 60%... vielleicht auch mal an die 70%. Aber nehmt die Zahlen nicht zu wörtlich. Es geht nur um die Grössenordnung. Bei mir musste ich das leider mit 90 bis 95% bewerten. Habe ich das wirklich verdient?! Ich, der ich in der Schule beim Anblick einer exponentiell gedämpften Cosinusschwingung einen Brechreiz bekommen habe? Ich fühle mich betrogen. Fünf Jahre meines Lebens an diesem Ort!.... Und jetzt bin ich hier. Wäre es nicht besser gewesen niemals zu sehen, wie schön es hätte sein können?
Einladende Caffees und Terassen zwischen den Wohnheimsgebäuden. Einige der Zimmer haben sogar Blick aufs Meer. Alles ist so voller Leben. Selbst an diesem Samstag. Von dieser netten Caffee Terrasse aus sieht man einen Studenten mit einem Surfbrett unter dem Arm vom Wohnheim zum Strand spazieren...... es schmerzt.
Den Rest des Tages haben wir in der Stadt verbracht. Bei einem Bier in einer gemütlichen Kneipe. Und einem Spaziergang auf den Pier. Vor der Abend-Runde haben wir uns noch ein wenig frisch gemacht und ein paar Steaks für den Grill gekauft. Die wurden dann beim Marco auf den Grill gepackt und langsam gegart, auf 40 Minuten genau programmiert. Wahnsinn! So lecker! Habe ich schon erzählt, dass es in Palo Alto einen Laden gibt, der nichts als Barbeque Utensilien verkauft? Da gibt es deluxe Grills mit allen Features, die man sich vorstellen kann. Da kann man für jedes Steak zur gleichen Zeit eine eigene Garungsstufe einstellen... und und und. Jedenfalls war es sehr lecker, so ein ultra langsam gegartes Stück tote Kuh zu essen.
Die Kneipentour haben wir in einem Laden gestartet, der mich hat fragen lassen: Was tun wir denn hier? Das war eher ein komisches Restaurant mir einer sehr langen Theke. Aber als ich dann sah, wie die Drinks zubereitet wurden, war mir klar, warum wir hier gestartet sind. Eigentlich sollte in dem Long-Island-Icetea ja auch noch etwas Cola drin sein, um dem ganzen etwas Farbe zu geben. Als der Barkeeper allerdings mit den Spirituosen fertig war, war kein Platz mehr für Cola. Daher hat er sich damit begnügt, einen halben Teelöffel Cola für die Formalitäten drüber zu träufeln. Hat aber trotzdem ganz gut geschmeckt. Und nach drei Runden hatten wir ordentlich die Lampe am glühen. Der weitere Weg hat uns dann noch in ein Irish Pub beführt, wo wir noch zwei Runden Car-Bombs hinterher geschoben haben. Bis auf einen Junggesellinen-Abschied mit sehr betrunkenen Mädels war in dem Laden aber nix los. Daher sind wir weiter in einen Zappelladen, um ein bischen den Tanzbärentanz zu tanzen. (Mausi: Das war der Laden, in dem eigentlich das Hostel hätte sein sollen.) Das war ganz witzig. Aber leider zu kurz. Ir waren gerade mal so ein wenig warm, da war auch schon wieder schluss. Wegen dieser seltsamen Gesetze in diesem Staat gehen ja schon um 1:30 die Lichter an und man beginnt den Laden zu räumen. Komische Sitten. Aber dafür haben wir genug Schlaf bekommen und nicht so viel getrunken. Einen Burrito gabs dann aber doch noch in der Nacht. Solange kein Alkohol verkauft wird, kannst du 24Std. Dönerersatz kaufen. Geschlafen habe ich wieder wie ein junger Gott, der gerade auf seine erste eigene Wolke erhoben wurde.... Santa Barbara hat es irgendwie....
Nach dem Frühstückburrito ging es noch eben rauf in die Berge von Santa Barbara um einen klaren Blick auf die schmucke Perle am Rande der See zu werfen. Da liegst Du mir zu Füßen, süße strahlende Barbara!
Der Marco hat uns dann vor der Rückfahrt noch eine Tour durch die umliegenden Zitronenplantagen gegeben. Ich habe an diesem eine Tag mehr Zitronen gesehen, als in meinem ganzen bisherigen Leben zusammen. Und mehr Zitronen, als ihr alle zusammen in eurem bisherigen Leben gesehen habt. (Es sei denn, Du warst schon mal auf einer Zitronenplantage.) Da kommen die also alle her. Kalifornische Zitronen. Nun gut. Nach den Zitronen ging es dann wieder langweilig mit seichter Musik vier Stunden zurück nach Palo Alto, da wo die Hundehütte steht....


Anfang

22.12.2004 Mi. 00:13

Hallo ihr Lieben!
Wuensche euch ein schoenes Weihnachtsfest! Hoffe, ihr werdet alle schoen besinnlich und auch friedlich feiern!
Ich werde dieses amerikanische Weihnachtserlebniss haben. Ob ihr mich dafuer beneiden koennt, werde ich euch dann hinterher berichten. Ueber Thanksgiving werde ich dann auch noch was schreiben. Jedenfalls alles Gute und liebe Gruesse! Ich hoffe auch in Zukunft mal wieder etwas mehr Zeit zu finden, um euch mehr zu berichten.
Frohe Weihnachten!
Euer Amerikanese


Anfang

12.01.2005 Do. 20:46

Hallo ihr guten Deutschen!
Ich danke euch treuen Lesern, dass ihr mit so unermuedlicher Geduld immer wieder auf meine Seite zurueckkehrt, obwohl ich euch schon so lange nichts berichtet habe!
Ist jetzt 2005 und es fuehlt sich an wie vorher ... wie die letzten 25 Jahre auch. Ihr kennt das ja. Da erwartet man immer so was tolles vom neuen Jahr und um 00:00 ist dann alles anders ... nix da Pustekuchen. Alles beim alten. Na, ja so fast ... schliesslich war es mein erstes mal Sylvester in Amerika und dazu auch noch in San Francisco. Weihnachten wahr auch sehr lustig. Morgen in zwei Wochen ist mein Rueckflug. Das ging so schnell! Und wie die Zeit insgesammt verging ... unglaublich. Habe ich aber doch viel gesehen und so ziemlich das Beste draus gemacht. Fuer meine Verhaeltnisse vielleicht nicht so ganz. Aber, wenn ich das, was ich hier so erlebt habe, mit dem vergleiche, was die deutschen Praktikanten von Daimler in ihrer Zeit zo erlebt haben, dann kann ich nicht klagen. Obwohl es schon eine ziemlich dumme Sache war, mir nicht gleich von Anfang an, auch wenn es nur fuer 4 Monate gewesen waere, ein Auto zu kaufen. Sitzt man doch ziemlich auf dem Packeis fest, wenn man nichts Benzinbetriebenes sein eigen nennen kann. Aber wie dem auch sei... klage nicht, Du ruheloser Geist, hast Du doch alles in allem etwa 6.000 Km hinter dem Steuer verbracht. Na, also ... kann man doch so einiges sehen auf solch einer Strecke, wie euch Doro ja so schoen berichtet hat. OK, dieser seltsame Satzbau geht mir selber auf den Keks. Kann ich aber nicht abstellen. Bin gerade so eingefahren. Aber das legt sich mit der Zeit ja auch wieder. ... Ahh ... was waere das doch fuer ein Vorteil, koennte ich doch nur mit 10 Fingern blind auf der Tastatur rumhacken. Habe ich doch da so ein Joerg-eigenes 7-Finger try-and-error System. Ist ganz OK. Ungefaehr jeder 10. Buchstabe ist falsch, der wird dann gleich im selben aufwasch wieder korrigiert, wobei jede 10. Korrektur auch falsch ist. Dann muss eben zwei mal korrigiert werden. Und bei jeder 10. dieser Zweitkorrekturen passiert dann das Unglueck einer dritten Korrektur ... Also, dass sind dann die Momente, in denen ich aus der Haut fahre, weil ich das bloede "s" drei mal hintereinander nicht treffe. Aber das passiert ja gottseidank nur alle 1000 Buchstaben. Ok, um so viel unnoetiges Wissen ueber meine Tippkuenste zu erfahren seid ihr ja nicht hierher gekommen. Daher wieder zurueck zum Thema.
Das mit Thanksgiving mache ich mal kurz:
Thanksgiving is dieses amerikanische Erntedankfest, was um die Zeit des 24.Nov. immer zum grossen Truthahnsterben fuehrt. Dicker Toter Vogel in jedem Familienhaushalt. War sehr scheon, das mit meiner Zweitfamilie (den Girolamis) feiern zu koennen. Der Grant hatte mich mal wieder eingeladen. Wir haben dann mit seiner Familie und noch ein paar Bekannten ein gemuetliches opulentes Mahl gehalten. War sehr angenehm. Die Girolamis sind so eine alt eingesessene Italiener-Einwanderer-Familie. Der Ur-onkel-grossvater-wer-auch-immer kam vor vielen, vielen Jahrzehnten (zwischen 80 und 150) mit dem Schiff nach Amerika und hat dann in San Francisco als Muellabfuhr-Unternehmer sein Geschaeft gemacht. Da muss man sich erstmal dran gewoehnen, dass hier alles, was Grossvater als kleiner Junge in der Hand hatte, heut als Antik und Historisch gilt. Da gibt es hier in Palo Alto dieses wirklich "historische"-Restaurant!!! Das ist waehrend des ersten Weltkrieges erbaut worden!!! "NEIIIN!! Das kann doch nicht sein!" Sooo alt ist das schon?! Wenn ich denen vom Aachener Dom und seinem 1200 Jahre alten Octagon erzaehle, dann schlackern die Amis nur so mit den Ohren! Aber das macht ja nix. Die haben halt nicht mehr Geschichte ... Ja, OK, haben sie schon... das mit den Indianern und so ... Aber da redet man nicht gerne drueber. Dann kommt ja immer das schlechte Gewissen. Dass einst im eigenen Garten ein Tipi Stand. Und...ja ... ehhmm ....drucks rum ...ja, ermordet wurde die arme Rothaut eben! "Wir muessen ja schliesslich auch irgendwo leben". Nur, dass es 7 Millionen waren, und das die Amis damit genau so viele Schulden haben, wie die Deutschen mit ihren Juden. Da redet man nicht gerne drueber. Ist ja schliesslich auch schon lange her. Und immerhin duerfen die Indianer ja jetzt in ihren Reservaten Spielkasinos betreiben. Das duerfen ja nicht mal wir... Ausser in Nevada.
Zurueck zum Essen. Es war jedenfalls ein lustiger Abend mit den Girolamis. Und ich habe sooo vie gegessen, dass ich fast geplatzt bin. Am Thanksgiving morgen sind vir dann noch mal Pilze jagen gegangen. Das war sehr lustig, da Erfolgreich. Wir haben zwei Eimer voll Porchinis (keine Ahnung, ob man das so schreibt, jedenfalls klingt es so) gefunden. Die kosten 25$das Pfund. Es war also sehr erfolgreich. Lecker sind die ausserdem auch noch.
Weihnachten war ich dann auch wieder bei den Girolamis. Ich habe widererwartend (<- habe ich dieses Wort jemals zuvor in meinem Leben geschrieben?) Geschenke bekommen. Von fast allen! Und ich musste auch cniht bis zum morgen des 25. Warten. Es gibt hier so viele Traditionen. Wir waren heilig Abend bei Vikki, Grants Freundin eingeladen. War eine sehr nette Party mit 20Leuten in einem kleinen Haus. Ich habe "Risk" als Geschenk bekommen. Ist das nicht cool! (en:Risk=Risiko:de, klaro?!) Das Spiel hat hier den Untertitel "The GAME of GLOBAL DOMINATION!" Habe ich es euch nicht schon immer gesagt, es geht eigentlich nur um die Weltherrschaft! Sonst nix! Da habt ihrs, ich war schon immer ein Amerikaner, wusste es nur noch nicht. Jetzt verstehe ich auch den Spruch auf dem 1$-Schein gleich unter der Freimaurer-Pyramide "NEw World Order!" ... Mr. Bush spiel Risk. Vielleicht sollte ich ihn mal herausfordern! Oder lieber als Praesident kandidieren! Die moegen hier schliesslich Politiker mit deutschem Akzent (->Arnold). Das waere auch besser fuer die Welt an sich, anstelle eines Sieges bei einer Partie Risiko.
Zurueck zu Weihnachten. Also, bei Vikki wird auch am 24. schon Bescherung gemacht. War irgendwie wie bei uns. Nur nicht ganz so weihnachtlich/besinnlich. Und die schenken sich sooooo viel!!!! Das kann man sich nicht vorstellen. Der halbe Raum war voller Geschenke. Das war schon so nah an Dekadenz, dass ich mich fast schaeme davon zu berichten. Kein wunder, dass hier die Laeden soooo voll sind in der Vorweihnachtszeit. Die muessen ja alle 7 mal einkaufen fahren, um so viele Geschenke zusammen zu bekommen. Manomann! 1. und 2. Weihnachtsfeiertag waren wir dann bei Grants Bruder und bei seinen Eltern. Da wurde dann auch weder ordenlich gegessen und nochmal Bescherung gemacht. Ich habe nochmal Gluehwein gemacht und alle waren gluecklich und zufrieden. Nur mit dem Alkohol waren sie insgesamt etwas verhaltener. Die trinken zwar so zwei oder drei Glaeser Wein, oder Whisky. Aber das wars dann ... und in dieser komischen auswanderer/einwanderer-Italiener-Kultur wird gegen 22-23 uhr immer Kaffee getrunken. Entkoffeiniert. Sehr komisch...Jemand erklaerte mir, dass das wohl noch aus der Zeit herruehrt, als man glaubte, Kaffe wuerde einen wieder nuechtern nmachen. Da man ja hier nur mit dem Auto zu Parties kommt, wollten alle wieder nuechtern werden, bevor sie hinters Steuer gingen. Andere Laender andere Sitten ;-). Ich habe dem Grant "Die Saeulen der Erde" geschenkt und dazu noch drei Zigarren (je $15 das Stueck.) Ich wusste nicht, das der "Blaue Dunst" so teuer sein kann. Aber der Grant hats verdient! Hoffentlich kommt er mich mal in D'land besuchen. Dann habe ich noch eine Kappe, ein Hemd, eine Schlafanzug-Hose, ein Swarowsky-Gitarre, Pralinen, Stofftaschentuecher, zwei Pilz-sammel-buecher und eine CD bekommen. Krass, oder? Und das war alles fuer den "Fremden"! Und jetzt stellt euch mal vor, dass ich vielleicht ein kleines Buechlein erwartet haette. Und genau so wie ich mich da verschaetzt habe, habe ich unterschaetzt, wie sehr die Amis sich gegenseitig beschenken. Es lebe der Materialismus! Was hier zwei Personen bekommen haben, haette fuer meine ganze Familie, Doro und die haelfte ihrer Familie gereicht! Wahnsinn!
Gut, damit beenden wir Weihnachten. Fuer Sylvester ist keine Zeit mehr. Ich bin in Eile, es ist schon 22uh und ich muss noch in den Reinraum, ein paar Proben bearbeiten.
Bis die Tage!
Der Amerikanese
(Wow! War das hektisch runtergetippt! Merkt man das eigentlich, dass ich mich soooo beeilt habe?)